Bericht BDV Göttingen 17.-19.04.2026

Die Bundesdeligiertenversammlung der Deutschen Wanderjugend in Göttingen war wie immer ein voller Erfolg und hat wieder gezeigt, dass diese Veranstaltung viel mehr ist als nur Tagesordnungspunkte abzuarbeiten. Nachdem Eva, Luana und ich, Delegierte der Jugend im Schwarzwaldverein, nach anfänglichem Chaos auf Grund der Deutschen Bahn endlich in Göttingen angekommen waren, startete auch schon die landesinternen Vertreterversammlung der AG BaWü und wir bereiteten uns auf die bevorstehenden Sitzungstage vor. Neben den verschiedenen Programmpunkten gab es über das gesamte Wochenende genug Raum für Austausch und Diskussion. Die eingereichten Anträge zum Thema queer feindlicher Gewalt, Inklusion und Nachhaltigkeit wurden aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet, gemeinsam weiterentwickelt und am Sonntagvormittag wurde mit der Mehrheit für die Anträge gestimmt. Ein absolutes Highlight war außerdem die Spende der Stiftung Wanderjugend von 1200€ für den Bundeswettbewerb Jugend Wandert. Das ist ein deutschlandweiter Wettbewerb für Kinder- und Jugendgruppen, bei dem gemeinsam kreative und spannende Wanderaktionen geplant und durchgeführt werden, natürlich mit tollen Preisen am Ende.

Ein wichtiger Programmpunkt nach dem formellen Teil der BDV am Samstagnachmittag war der Antidiskriminierungs-Workshop. In Kleingruppen haben wir uns mit Themen wie Ableismus, Adultismus und Sexismus beschäftigt. Dabei ging es nicht nur um Begriffe und Definitionen, sondern vor allem um konkrete Beispiele aus dem Alltag und aus der Verbandsarbeit. Durch den Austausch in den Gruppen sind viele unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen zusammengekommen und wir wurden immer wieder dazu angeregt, die eigene Perspektive zu hinterfragen und darüber nachzudenken, wie man im eigenen Umfeld bewusster und sensibler handeln kann, vor allem bezogen auf Kinder- und Jugendarbeit.

Im Anschluss daran folgte die Exkursion zur Erdbebenwarte, die für alle ein echtes Highlight war. Dort haben wir spannende Einblicke in die Geschichte und Funktionsweise der Erdbebenforschung bekommen. Wusstet ihr, dass der erste kontinuierlich aufzeichnende Seismograph schon um 1900 von Emil Wiechert gebaut wurde? Er ermöglichte erstmals eine präzise, dauerhafte mechanische Aufzeichnung der weltweiten Erdbebentätigkeit. Besonders beeindruckend war die sogenannte Mintrop-Kugel, benannt nach Wiecherts Schüler Ludger Mintrop: eine etwa vier Tonnen schwere Stahlkugel, die aus rund 15 Metern Höhe fallen gelassen wird, um künstliche Erdbeben zu erzeugen. Beim Aufprall auf den Muschelkalkboden entstehen Erschütterungen, die von den empfindlichen Seismographen aufgezeichnet werden. Es war ziemlich faszinierend zu sehen aber auch zu spüren, wie durch den Aufprall tatsächlich messbare Bodenbewegungen entstehen.

Insgesamt war die BDV wieder eine gelungene Mischung aus inhaltlicher Arbeit, spannenden Programmpunkten und persönlichem Austausch. Gerade die Kombination aus intensiven Diskussionen, neuen Perspektiven und praktischen Einblicken hat das Wochenende besonders bereichernd gemacht und wir haben uns am Sonntag Mittag, nach der Verabschiedung aller, wieder auf den Heimweg gemacht – mit aufschlussreichen Eindrücken, innovativen Ideen und Gedanken an viele schöne Gespräche im Gepäck.

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